Verfasst von: derfreiebuerger | 23. Juli 2013

Den Kreislauf durchbrechen – aber wie?

Robert Habeck, grüner Agrarminister aus Schleswig-Holstein, konfrontiert sich mit der Realität. Die Süddeutsche Zeitung („Jede Menge Schwein“, 11.7.2013) begleitet ihn auf einer Tour durch Massenställe. Er sieht Ferkel, die um ihre hinter Gittern festgehaltene Mama herumlaufen:

„Sie sind erst wenige Tage alt, ihre Aussichten in diesem Leben sind mies: Vier Wochen bleiben sie bei der Sau, dann geht es in die Ferkelaufzucht und in die Mast. Erst wenn sie 125 Kilo wiegen, kommen sie an die Luft – auf dem Weg zum Schlachter. 200 Tage dauert das … ‚Schwein darf keinen Geburtstaga feiern.‘ … Manchmal ist die Wahrheit eine Zumutung. Etwa … dass der Ruf nach Ökolandbau zwar laut ist – aber die Biobauern im Norden ihr glückliches Schweinefleisch nur schlecht loskriegen … Zur Wahrheit zählt auch die Einsicht: ‚Wenn die Leute so viel Fleich essen und so wenig dafür zahlen wollen, wird man ohne eine industriell geprägte Tierhaltung wohl nicht umhinkommen‘, sagt Habeck … Aber die Menschen klagen, … wenn das Schwein im Dorf keinen Auslauf hat. Und hat es Auslauf und wid damit teuer, dann kaufen die Menschen sein Fleisch nicht. … ‚Solche Tage zeigen mir, wie schwer es ist, ökonomische Kreisläufe zu durchbrechen‘ …“

Frage: Wie durchbricht man den ökonomisch-ethischen Teufelskreislauf der Tierquälerei, des Profits und der Gleichgültigkeit? Indem man angeblich „glückliche“ Tiere züchtet, die man dann doch aufisst? Das funktioniert offenbar nicht. Wer den „Kreislauf“ wirklich durchbrechen will, für den gibt es eine ganz naheliegende Lösung: einfach gar kein Fleisch mehr essen!

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