Verfasst von: derfreiebuerger | 21. August 2013

Kirche und Missbrauch: Keine Aufarbeitung in Sicht

Im Januar 2013 ließ die deutsche Bischofskonferenz die große Missbrauchs-Studie mit dem Kriminologen Christian Pfeiffer platzen – angeblich wegen eines „zerrütteten Vertrauensverhältnisses“. In Wirklichkeit bekam die Kirche wohl kalte Füße, was da noch alles rauskommen würde. Man werde „bald einen neuen Kooperationspartner finden“, hieß es im Januar. Im August fragte das TV-Magazin „Kontraste“ nach: http://www.ardmediathek.de/das-erste/kontraste/kontraste-vom-15-08-2013?documentId=16521256 (letzter Beitrag). Ergebnis: Keine Interviews, nur die lapidare Antwort: „Wir sind auf einem guten Weg, einen neuen Partner zu finden.“ Wer glaubt das noch? Die Opfer der Sexualverbrechen jedenfalls nicht. Sie sind erneut um die Chance gebracht worden, dieses düstere und leidvolle Kapitel ihres Lebens wenigstens teilweise abzuschließen. Der Sexualforscher Klaus Michael Beier von der Berliner Charité spricht von einer besonders schweren Form der Traumatisierung, wenn sie z.B. durch einen Priester geschieht, „von dem man das überhaupt nicht erwartet, dem man grenzenlos vertraut“, weil er angeblich „in einer Verbindung mit Gott steht“. Doch die Kirche mauert weiter – und die Opfer leiden meist ihr Leben lang.

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