Verfasst von: derfreiebuerger | 16. September 2016

„Es gibt keinen anderen Ausweg als Soldarität.“

Sehr empfehlenswert: Zygmut Bauman im Spiegel über die „Flüchtlingskrise“:

„Es gibt keinen anderen Ausweg aus der Krise, in der die Menschheit sich befindet, als Solidarität … Der erste Schritt dazu ist die Aufnahme eines Dialogs. Aus Nachbarn müssen Freunde werden.“

„Der Flüchtling ist, wie Bertold Brecht … schrieb, ein Bote des Unglücks. Er bringt schlechte Nachrichten, die Konflikte und Stürme aus der Ferne vor unsere Haustür. Er führt uns vor Augen, dass es globale, nicht leicht vorzustellende Kräfte gibt, die weit draußen wirken, aber mächtig genug sind, auch unser Leben zu beeinträchtigen.“

„Abschottung ist eine trügerische Versuchung. Die Tore sind aufgebrochen, sie lassen sich nicht mehr schließen.“

„Die Nachzügler der Morderne, die man verschämt und verlogen Entwicklungsländer nennt, stehen vor den Türen des Westens und werden sich Eintritt verschaffen.“

„Die Menschen fangen an, über Identität zu recen, wenn sie aufhören, über Gemeinsamkeit zu reden.“

https://www.pocketstory.com/der-spiegel/nationalismus-ist-ein-ersatz

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Verfasst von: derfreiebuerger | 3. Januar 2016

Sternsingen – ein materielles Unkultur-Erbe

Rechtzeitig vor dem Dreikönigstag 2016 ist Anfang Dezember 2015 das Sternsingen in die deutsche Liste des „immateriellen Kulturerbes“ aufgenommen worden.

In Wirklichkeit handelt es sich um eine sehr materielle (um nicht zu sagen materialistische) Un-Kultur. Und das nicht nur, weil es wieder mal um Geld geht. Die drei Könige haben der Legende nach dem Jesuskind wenigstens etwas gebracht. Die Sternsinger hingegen wollen was von den Besuchten. Ist das eigentlich noch niemandem aufgefallen? Die steinreiche Kirche war schon immer sehr gut darin, Gutes zu tun – aber bitte sehr entweder auf Kosten staatlicher Subventionen (siehe Caritas) oder auf Kosten der zahlungswilligen Gläubigen. Die eigenen Aktienpakete aufschnüren oder mal ein paar der Immobilien in bester Geschäftslage verkaufen, um Gutes zu tun – das wäre mal was Neues! Wobei das „Gute“ ja stets auch mit mehr oder weniger kirchlicher Beeinflussung z.B. der Bewohner von „Entwicklungsländern“ verbunden ist …

Nun kann die Kirche ihre Gläubigen gerne zur Kasse bitten, so oft sie will. Wenn die das mit sich machen lassen – bittesehr. Nur „christlich“ soll sie sich dann bitte nicht nennen. Denn auch das Sternsingen hat – wie Vieles andere – mit Jesus, dem Christus nichts zu tun. Den „Dreikönigstag“ hat die Kirche erfunden, um von der ursprünglichen Bedeutung dieses Kalendertages abzulenken: der Taufe im Jordan, als Jesus von Nazareth den Auftrag zur geistigen Revolution von Gott, dem Ewigen, empfing und annahm. Geistige Revolution im Sinne des Nazareners – die torpedieren die Priester seit 2000 Jahren.

Die „Könige“ hat die Kirche erst im Mittelalter dazuerfunden (in der Bibel steht nur was von „Weisen“), um deutlich zu machen: Die Staatslenker haben sich der Kirche (die Christus frecherweise für sich vereinnahmt) unterzuordnen. Was die Staatenlenker ja auch tun, vor allem in Deutschland: Sie finanzieren die Kirchen mit Milliarden – und gehorsam empfangen deutsche Politiker der „Kirchenrepublik Deutschland“ (ein neues Buch von Carsten Frerk!) die Sternsinger in ihren Amtssitzen.

Der Nazarener hingegen sprach: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“ Ihm, dem Friedefürsten, ging es weder um Einfluss noch um Geld.

Und der Kreidespruch, der an die Türen geschrieben wird? Ählich wie ein alter germanische Haussegen. Und dazu nützt man dann die Naivität und den Charme der Jugend schamlos aus. Jungs und Mädchen, lasst euch nicht für dumm verkaufen! Lasst die Kreide stecken und zieht weiter! Pocht lieber an die Türen des Vatikan: Der Papst soll, statt schöne Reden zu schwingen, lieber ein paar vatikanische Aktien verkaufen und ein par Barren aus den Goldreserven rausrücken!

Verfasst von: derfreiebuerger | 22. Oktober 2015

Fluchtursache mit Zeitzünder

Es gibt viele Fluchtursachen – genauer gesagt: Ursachen für die derzeitige Völkerwanderung. Manche arbeiten mit Zeitzündern. 28 Jahre sind fast eine Generation. So lange ist es her, was in der Wochenzeitung „Kontext“ vom 7.10.2015 zu lesen stand:

„1987 hielt der damalige Präsident von Burkina Faso, Thomas Sankara, vor der Organisation afrikanischer Einheit (OAU) in Addis Abeba eine viel beachtete Rede, in der er dazu aufrief, die Schuldenrückzahlung zu verweigern. Drei Monate später wurde er ermordet. Der Fall bleibt bis heute ungeklärt, ebenso wie der Mord an Alfred Herrhausen, der sich als Vorstandssprecher der Deutschen Bank 1987 auf einer Weltbank-Tagung und erneut ein Jahr später im vornehmen Club der Bilderberg-Konferenz zum Entsetzen seiner Zuhörer ebenfalls für einen Schuldenschnitt aussprach. Zahlreiche Ungereimtheiten lassen die These, die RAF sei für den Anschlag verantwortlich gewesen, mehr als unwahrscheinlich erscheinen. Heute ermittelt das Bundeskriminalamt gegen unbekannt“.

Man hatte damals die Entwicklungsländer in eine Schuldenfalle gelockt und schikanierte sie später mithilfe des Weltwährungsfonds IWF. Der gesamte Artikel kann nachgelesen werden unter:

http://www.kontextwochenzeitung.de/ueberm-kesselrand/236/ungleiche-partner-3172.html

Verfasst von: derfreiebuerger | 9. Oktober 2015

Lessing oder Lessing? Warum Quellensuche im Netz Glücksache ist

Neulich stieß ich, ich weiß nicht mehr genau wo, auf ein tolles Zitat. Es lautet:

Man raubt, stiehlt, lügt, plündert. Wie aber nennt man’s? Kolonisieren, zivilisieren, Kultur verbreiten. Man mordet, meuchelt, massakriert. Die »logificatio post festum« aber nennt es: Seelsorge, Christentum, Dienst am Ideal. So sind denn die Ideale nur Masken der Bestie Mensch. Wehe jedem, der dieses Spiel ernst nimmt. Wehe jedem, der daran glaubt.

Und dahinter stand: Gotthold Ephraim Lessing.

Als ich das Zitat aber für einen Artikel verwenden wollte, ging der Jammer los: Wo steht das genau? Im Netz sagt einem das niemand. Und offenbar hat es auch niemand nachgeprüft. Bloß fleißig abgeschrieben.

Ich fragte nach bei einer Lessing-Gesellschaft. Prompte Auskunft: Gotthold Ephraim (1729-1781) kann es nicht gewesen sein. Fragen Sie mal bei Theodor.

Oha! Den Philosophen Theodor Lessing (1872-1933) hatte offenbar niemand auf der Rechnung. Ich suchte per Suchmaschine nach dem sperrigsten Ausdruck: „logificatio post festum“. Und siehe da: eindeutig eine Wortschöpfung von Theodor Lessing! Bedeutet sinngemäß: Rechtfertigung im Nachhinein.

Doch erst nach längerer antiquarischer Suche fand ich dann die Stelle: „Europa und Asien“, 3. Auflage, Hannover 1923, S. 162. Die Auflage ist wichtig, da Lessing den Text in späteren Ausgaben wieder geändert hat.

Die Ironie an der Geschichte: Die Eltern Theodor Lessings – wie Gotthold Ephraim jüdischer Abstammung – änderten den Familiennamen, weil sie den großen Namensvetter so verehrten.

Dennoch hat Theodor – den Nazis 1933 nach einer unglaublichen Schmutzkampagne in Marienbad ermordeten – es wirklich verdient, aus dem Schatten des „großen Namensbruders“ zu treten. Er trat gegen kirchliche Heuchelei ebenso ein wie gegen Tierversuche oder Naturzerstörung.

Meine Hoffnung: Vielleicht findet der nächste, der nach dieser Quelle sucht, endlich mal den richtigen.

Verfasst von: derfreiebuerger | 8. Oktober 2015

Die neue Völkerwanderung und ihre Ursachen

„Flüchtlingskrise“ ist ein irreführender Begriff. Denn eine „Krise“ geht auch wieder vorbei – sie ist vorübergehender Natur. Was wir derzeit erleben, wird uns hingegen noch sehr lange beschäftigen.

Was wir ebenfalls erleben, ist die Planlosigkeit der Politik. „Wir schaffen das!“ ist eindeutig zuwenig. Vor allem, nachdem man jahrelang versucht hat, das „Problem“ durch Abschottung zu „lösen“. Dabei hätte einem schon vor Jahren jeder Experte sagen können, dass sich eine Völkerwanderung zwar verlangsamen, behindern, abdrängen, erschweren lässt – aber niemals verhindern.

Warum haben sich die Politiker dann nicht hingestellt und dem Volk gesagt: Es ist eine ernste Zeit. Hier kommen Ursachen zum Tragen, die wir in der westlichen Welt weitgehend selbst zu verantworten haben. Jetzt müssen wir damit klarkommen. Das wäre ehrlich gewesen.

Aber dann hätte man auch zugeben müssen, dass sehr vieles auf den Prüfstand gestellt werden muss. Dann müste man auch Fehler zugeben.

Gott habe uns „das Thema Flüchtlinge auf die Tagesordnung gesetzt“, behauptet z.B. Kardinal Marx: http://bit.ly/1Rvh1vq Das ist theologischer Nonsens. Der Mensch hat es sich selbst auf die Tagesordnung gesetzt.

Was löst die Fluchtwelle aus? Da gibt es diverse Baustellen gleichzeitig, von denen jede für sich brisant genug wäre:

  • die Kriege westlicher Mächte im Nahen Osten und Nordafrika. Vorgeblich geht es um den Sturz von Diktatoren und die Einführung der Demokratie, in Wahrheit um Rohstoffe und Macht – bestens analysiert durch Michael Lüders http://www.michael-lueders.de. Da bei diesen Eingriffen immer zahllose Zivilisten ums Leben kommen, bezeichnet Jürgen Todenhöfer sie als „Terrorzuchtprogramme“ – siehe IS. Der verstorbene Peter Scholl-Latour sprach vom Öffnen der „Büchse der Pandora“.
  • die Waffenlieferungen in Krisenregionen – besonders betrieben von „christlichen“ Parteien. Damit heizt man die Konflikte weiter an, vor denen dann Menschen flüchten müssen.
  • der viel gelobte „Freihandel“, der unterentwickelte Staaten in ausweglose Abhängigkeit bringt. Ulrike Herrmann analysiert das in der taz: http://www.taz.de/!5232702/ Jahrzehnte zuvor hatte man dieselben Staaten in die Schuldenfalle gelockt. Schon vergessen?
  • die Export – und Fischereipolitik der EU: Westafrikas Meere werden leer gefischt, die Fischer wandern aus. Einheimische Märkte werden durch (zollfreie!) Importe hoch subventionierter Lebensmittel aus Europa kaputtkonkurriert – Auswanderung! „Die Flüchtlinge holen sich nun etwas von dem Speck zurück, den wir uns angefressen haben“, schreibt der Psychiater Hans-Joachim Maaz http://bit.ly/1QXsUKe
  • Landraub: Westliche Konzerne beteiligen sich weltweit an Landkäufen in großem Stil, die Kleinbauern werden vertrieben.
  • Kolonialismus: Hinzu kommen die Altlasten der Geschichte: Einheimische Sozial-und Wirtschaftsstrukturen wurden zerstört, ärmere Länder als bloße Rohstofflieferanten missbraucht.
  • Kapitalismus: Nichts gegen die Marktwirtschaft an sich. Doch das gegenwärtige Geld- und Zinssystem (und das Fehlen einer gerechten Bodenordnung) führt dazu, dass die Reichen immer reicher werden – überall auf der Welt. Es führt zu Wachstumszwang und Umweltzerstörung, weil das Kapital gnadenlos Rendite sucht. Es führt zu Privatisierung von Wasser und anderen Gemeingütern. All das sind Fluchtursachen. Die Konzerne haben die Politik mehr und mehr im Griff.
  • Verschwendung und Raubbau: Die Konsumideologie führt zur Ressourcenverschwendung, denn nur so kann das Kapital das Wachstum aufrecht erhalten. Nahrungsmittel werden weggeworfen, die zum Teil in Entwicklungsländern hergestellt wurden und dort ebenfalls Kleinbauern verdrängt haben.
  • das Fehlen einer Alternative: Weshalb haben die Länder, die sich „christlich“ nennen, im Laufe der Jahrhunderte keine gerechte, solidarische, naturschonende Gesellschaftsordnung hervorgebracht, die Vorbild sein könnte? Die Kirchen haben statt dessen die Naturverachtung gelehrt und sich selbst bereichert – und Gegenentwürfe verketzert.
  • Klimwandel: Dieser Motor wird in den kommenden Jahrzehnten dafür sorgen, dass die Völkerwanderung noch zunehmen wird. Auch hier ist die westliche „Zivilisation“ maßgeblich beteiligt – nicht nur durch ihre CO2-Emissionen, sondern z.B. auch durch die industrialisierte Landwirschaft und den Fleischkonsum, die ein Höchstsmaß an Wasser, Erdöl, Boden, Wäldern verbrauchen und den Ausstoß an Treibhausgasen weiter steigern. Sogenannte „Schwellenländer“ (Brasilien, China) übernehmen das „Vorbild“ von „christlichen“ Nationen.

Die Aufzählung ist sicher unvollständig. Vereinzelt reden Politiker und Kirchenvertreter zwar davon, man müsse „die Fluchtursachen bekämpfen“. Aber an die hier benannten (und wie gesagt nur unvollständig aufgeführten) Baustellen wagt sich kaum jemand. Dann müssen es eben die freien Bürger tun.

Kardinal Marx regt sich über die Millionengehälter von Managern auf.: “ ‚Das kann doch niemand mehr verstehen‘ … Es sei falsch, nur die Kapitalinteressen der Börse zu bedienen. ‚Das ist doch eine Verirrung‘ …“ http://bit.ly/1oiIqBY Und was ist dann mit den mehr als 17 Milliarden Euro, die der deutsche Staat jährlich an die Kirchen zahlt? Wer kann das noch verstehen? ist es nicht genauso „falsch“ und eine „Verirrung“, nur die Kapitalinteressen der Kirche zu bedienen?

Allein in Bayern erhält die katholische Kirche 65,7 Millionen Euro jährlich vom Freistaat unter anderem für den hohen Klerus, darunter auch Kardinal Marx mit einem Monatsgehalt von um die 11.000 Euro. Sein derzeitiges herrschaftliches Palais hat der bayerische Staat erst kürzlich für 9 Milllionen frisch renovieren lassen. Keine „Verirrung“? Wer kann das noch verstehen?

Gleichzeitig ruft der Kardinal „mutig“ zum „Kampf gegen den Kapitalismus“ auf. http://bit.ly/1ryOmMX Aber damit niemand auf abwegige Gedanken kommt: Die Kirche, so Marx, müsse ihr Vermögen natürlich behalten. http://bit.ly/1wO7dDy Unter anderem „für die Armen“! Als ob der Kardinal nicht genau wüsste, dass Caritas und dergleichen zu fast 100 Prozent von der Allgemeinheit finanziert werden!

Solch schamloses Missverhältnis der Kirche zum Geld (der anderen!) ist aber nichts Neues. Karlheinz Deschner schreibt im 10. Band seiner „Kriminalgeschichte“ Erhellendes über die „Verdienstspannen “ damaliger Kirchenvertreter, kleine Kostprobe: „Während etwa im frühen 19. Jahrhundert Diener und Bierbrauergesellen des Bamberger Franziskanerklosters ein Jahresgehalt von 39 Gulden bezogen, erhielten die dortigen Domherren bis zu 10 000 und 12 000 Gulden pro Jahr, das Dreihundertfache …“ (S. 220)

Immerhin wissen wir jetzt, von wem es die heutigen Manager wohl gelernt haben ….

Verfasst von: derfreiebuerger | 8. März 2014

Naiv bleiben oder geopolitisch denken?

Politiker lassen Sprechblasen ab, die Medien stimmen sich darauf ein, viele im Volk plappern es nach. Und merken nicht, dass sie sich im doppelten Sinne naiv verhalten: Zum einen, weil sie meinen, die große Politik sei ein Wunschkonzert, in dem es hauptsächlich um Menschenrechte, Demokratie und Selbstbestimmung der Menschen und Völker geht. (Schön wär’s.) Alles andere wird ausgeblendet. Und zum zweiten, weil sie die Positionen und Interessenlagen der „eigenen“ Staaten oder Staatenbünde nicht hinterfragen, ob es nicht hier auch – und also keineswegs nur beim „bösen Gegner“ – um handfeste wirtschaftliche oder militärische Interessen gehen könnte, und wenn sie noch so „christlich“ verbrämt werden.

Peter Scholl-Latour hat es schon 2006 auf den Punkt gebracht: „Russland im Zangengriff“ hieß sein damaliges Buch. Und genau das ging seitdem weiter: Russland wurde und wird gnadenlos eingekreist. Hier geht es um längere Zeiträume und um große Geopolitik. Die Politiker im Hintergrund wissen das genau – auf allen Seiten. Das Volk bekommt immer nur die Augenblicks-Emotionen serviert.

Wer die Situation verstehen will, sollte sich von diesen Augenblicken lösen. Selbst wenn Putin kein Autokrat oder – je nach Sichtweise – Diktator wäre, so müsste er aus geopolitischer Sicht wohl spätestens jetzt reagieren. Denken wir an die Kubakrise 1962: Die Sowjetunion trampelte im Vorgarten der USA herum – die USA reagierten heftig, es wäre fast zum Weltkrieg gekommen. Heute trampelt der Westen im „Vorgarten“ Russlands herum, Ukraine genannt – und das soll ohne Folgen bleiben?

Wer die Krim beherrscht, beherrscht das Schwarze Meer, und damit den Zugang der russischen Flotte zum Mittelmeer. Und der Bär soll brav stillhalten, wenn er derart gereizt wird? Für wie naiv haltet ihr uns?

Näheres zum Thema siehe auch unter http://www.theologe.de/theologe6.htm#Ukraine

Verfasst von: derfreiebuerger | 18. Januar 2014

Wozu brauchen wir Religion?

Einen erhellenden Artikel brachte der Spiegel (52/13) kurz vor Weihnachten 2013. Das Titelbild („Zwischen Religion und Magie – Woran glaubt der Mensch?“) ließ noch die übliche weihnachtliche Religionskritik erwarten („Nichts Genaues weiß man nicht“). Doch was dann kam („Der Glaube der Ungläubigen“, S. 112ff.), bot einiges an Durchblick: Die meisten Menschen verharren demnach seit Jahrtausenden in einem eher oberflächlichen magisch-abergläubischen Weltbild, in dem die komplizierten Spitzfindigkeiten der Theologen nicht allzu viele Spuren hinterlassen: „Diese magische Welt im Kopf scheint auch unberührt zu sein von komplizierter Lehre, die alle großen Kirchen zu bieten haben. Nur mit Mühe versteht das Fußvolk die Glaubenslehre, und es hat auch kaum Verwendung dafür.“ (S. 1113) Und: „Erlebnisarmut ist die Schwäche der großen autoritären Religionen.“ (S. 117)
Theologische Dogmen und Lehrsätze sind also das Gegenteil dessen, was der Mensch sucht: unmittelbare Gotteserfahrung. Sie sind das Gegenteil dessen, was der Nazarener lehrte – denn Seine Lehre ist einfach und genial: Etwa die goldene Regel der Bergpredigt: „Was ihr wollt, dass euch die anderen tun, dass tuet ihr ihnen zuerst.“ Suche in einem Konflikt zuerst deinen Anteil (Balken und Splitter). Was der Mensch sät, das wird er ernten (Ursache und Wirkung). Gott lebt mit Seiner Kraft in allem Sein, in der Natur, in den Tieren und Pflanzen, und auch in dir. Deshalb lebe friedvoll. Die Lehre Jesu kommt völlig ohne Zeremonien und Rituale und auch ohne Priester aus. Denn jeder Mensch ist ein Tempel des Heiligen Geistes.
Die kirchlichen Institutionen haben im Gegensatz dazu zum einen massiv auf heidnisch-magische Rituale und Vorstellungen zurückgegriffen (Sakramente, Reliquien, „Heilige“, äußere Bußübungen und „Opfer“) und den Menschen Angst eingejagt vor der angeblich „ewigen Verdammnis“. Zum anderen haben sie (besonders ausgeprägt die katholische) ein hochkompliziertes und auf Schritt und Tritt unlogisches Dogmengebäude aufgebaut, das zwar kaum ein Gläubiger (und vermutlich auch kaum ein Priester) wirklich im Detail kennt. Das aber dennoch wie ein ständiges Damoklesschwert über den Köpfen der Gläubigen hängt, weil es unter Androhung der ewigen Hölle bis aufs letzte Komma geglaubt werden muss.
So könnte man sagen: Niemand braucht äußere Religionen, um Gott in sich näherzukommen. Sie sind dabei sogar hinderlich. Denn sie sind Opium für das Volk.
Verfasst von: derfreiebuerger | 24. Dezember 2013

Katholische Kirchenführer verdammen sich selbst

Langsam quillt die Hölle über. Nachdem sie ohnehin schon rund 6 Milliarden Weltbürger (nämlich alle Nicht-Katholiken) von Amts wegen mit ihren „unfehlbaren“ Dogmen in die ewige Hölle geschickt haben und einen Großteil der Katholiken mit dazu (wenn sie nämlich auch nur eines der unzähligen Dogmen nicht annehmen können), schicken sich die Kirchenführer jetzt reihenweise selbst in die ewige Verdammnis. Allen voran geht Papst Jorge Bergoglio, der in seinem neuen Lehrschreiben („Freude des Evangeliums“) schreibt, er glaube nicht, „dass man vom päpstlichen Lehramt eine endgültige oder vollständige Aussage zu allen Fragen erwarten muss, welche die Kirche und die Welt betreffen.“ http://bit.ly/1c4k32F Genau das behauptet das „päpstliche Lehramt“ aber seit vielen Jahrhunderten, seit 1870 sogar mit angeblicher „Unfehlbarkeit“. Und dieses Lehramt verlangt von allen Gläubigen – also auch vom Papst -, genau daran zu glauben, sonst sind sie automatisch exkommuniziert.

Nicht besser ergeht es Kardinal Reinhard Marx aus München, der offen kundtut, nicht an Hölle oder Fegefeuer zu glauben: Die Kirche, so Marx, habe mit Bildern wie dem vom Fegefeuer und der Hölle, Angst vor dem Tod gemacht, „und dafür müssen wir Buße tun“. http://bit.ly/1cuBfV5

Der wache Zeitgenosse und kluge Analytiker ist jedoch gut beraten, solch wohlklingenden Sprüchen erst dann Glauben zu schenken, wenn die Kirchenoberen sich öffentlich von den zahllosen Verdammungsflüchen ihrer Dogmensammlungen distanzieren und diese offiziell außer Kraft setzen. Damit würden sie aber ihre eigene Kirche auflösen, die genau auf dieser Drohbotschaft aufgebaut wurde – eine Kirche, die Jesus bekanntlich nie gewollt hat.

Bis dahin hängt vor der katholischen Hölle schon mal ein Schild: „Wegen Überfüllung bis auf weiteres geschlossen“. Und die Katholiken können sich fragen: Wenn unsere Anführer schon in dieser Hölle schmoren – wo sind dann wir erst?

Verfasst von: derfreiebuerger | 6. November 2013

Warum zahlt nicht Kardinal Meisner?

„In betenden Händen ist die Waffe vor Missbrauch sicher.“ Das jedenfalls behauptete Kardinal Joachim Meisner 1996 im Kölner Dom. Denkste. 2009 starben in Kundus/Afghanistan 137 Zivilisten bei einem von der Bundeswehr angeordneten Bombenangriff. Die Angehörigen fordern nun Entschädigung vor einem deutschen Gericht. Die Freien Christen für den Christus der Bergpredigt fragen nun: „Warum zahlt nicht Kardinal Meisner?“ Denn der katholische Verteidigungsminister Franz Josef Jung hat sich offenbar darauf verlassen … http://bit.ly/1gqNjrH

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